LOREM IPSUM DOLOR

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Korsika Felsenherz

Korsika – ein neues Abenteuer; Reisebericht zu unserer 2 wöchigen Korsika Rundreise von unserem Stammgast Manuela


Am 12. Mai 2018 begann für acht Wanderfreunde eine Rundreise durch Korsika. Zu fünft flogen wir von Berlin zunächst nach Köln, wo Heidi direkt zu uns stieß. Nach vier Stunden hob endlich unser Flugzeug nach Bastia ab, wo wir 17:15 Uhr landeten. Unser Wanderleiter Daniel nahm uns am Flughafen in Empfang. Von dort ging es direkt zum Fährhafen, wo zwei weitere Reiseteilnehmer abzuholen waren.
Alle freuten sich über das Wiedersehen und auf tolle gemeinsame Erlebnisse. Während der fast zweistündigen Fahrt zum Hotel in Algajola bekamen wir erste Eindrücke von unserem Urlaubsdomizil. Außerdem informierte uns Daniel über die ersten Touren.
Nach dem Einchecken im Hotel gab es ein korsisches Abendessen, welches aus einer Fischsuppe, Rindersteak mit Gemüse und Süßkartoffelpürree sowie Eis bestand. Das war echt lecker.

Am nächsten Morgen frühstückten wir auf der Terrasse des Hotels mit Blick auf das Mittelmeer. Damit stand einem gelungenen Urlaubsstart nichts mehr im Wege.
Unsere Tour zum Einwandern begann nach einer zwanzigminütigen Anfahrt in Santa Reparata. Wie sollte es anders sein, ging es zunächst auf einen Sattel bergan, dann aber etwas gemächlicher weiter. In San Antonino, einem ehemaligen Zufluchtsort vor Piraten, legten wir bei Oliver Antonini, einem Weinbauern, einen ersten Stopp ein. Der angebotene frisch gepresste Zitronensaft mit Wasser und Zucker stellte eine angenehme Erfrischung dar. Das nächste Etappenziel, das Kloster Corbara, wurde genau zur Mittagszeit erreicht. Aufgrund des gerade laufenden Gottesdienstes warfen wir nur einen kurzen Blick ins Innere und begnügten uns sonst mit der Besichtigung der Außenanlagen. Danach wanderten wir weiter nach Pigna, einem Künstlerdorf. Hier war es Zeit für eine kleine Kaffeepause im Restaurant „A Mandria di Pigna“, das aber gleichzeitig zur Zufluchtsstätte vor dem ersten Regenschauer wurde. Gestärkt traten wir den Rückweg zum Hotel an, das wir gegen 14:30 Uhr erreichten.
Diese Auftaktwanderung war immerhin 11,1 km lang und es waren 310 m auf-, aber auch 570 m abzusteigen.
Während Daniel den Kleinbus aus Santa Reparata holte, hatten wir eine Verschnaufpause im Hotel, ehe es 16:00 Uhr wieder auf Tour ging. Es sollte noch L’Île-Rousse erkundet werden. Zunächst liefen wir zum Leucht- und zu einem Genuesenturm. Dabei fing es bereits wieder an, zu regnen. Mit dem Auto fuhren wir für einen Stadtrundgang ins Zentrum. Dieser fiel dann jedoch im wahrsten Sinn des Wortes „ins WASSER“. Es goss so stark, dass wir nur noch zum Hotel zurückfahren konnten. Somit klang der Tag mit einem leckeren 3-Gang- Menü, dessen Highlight neben den Nudeln mit Garnelen vor allem der Schoko-Mandel-Keks mit Schoko-Creme war, aus.

Bereits am 2.Wandertag stellte sich heraus, dass sich die Auswahl der Wanderziele nach den Wetterprognosen richten sollte. Bei recht stürmischem Wind und Regen machten wir uns von Calvi aus auf den Weg zum Leuchtturm. Schade nur, dass sich dieser in Privatbesitz befindet, so dass keine Besichtigungs- oder Einkehrmöglichkeit bestand. Dieter hätte uns dort gern einen Espresso kredenzt. Der Rückweg zum Parkplatz führte deutlich näher am Meer entlang. Selbst die Sonne zeigte sich wieder. Daniel hatte aber stets ein Auge auf seine Wetter-App und mahnte vor den nächsten Schauern. Auf dem Weg ins Zentrum zeigte er uns ein in einem Felsen von der Natur herausgearbeitetes Herz und besichtigte mit uns die Kapelle Notre-Dame-de-la-Serra. Auf dem Parkplatz zur Festung in Calvi ergatterten wir mit vereinten Kräften einen Parkplatz für unseren Kleinbus. Damit konnten wir uns in aller Ruhe auf der Festung umsehen und dort auch gleich noch ein korsisches Menü zu einem vertretbaren Preis genießen. Dieses beinhaltete eine gemischte Wurst-/ Schinkenplatte mit Salat, Cannelloni mit Spinat und Käse sowie ein Stück Kastanienkuchen. Rundum zufrieden erkundete Jeder individuell die Stadt. Leider sollte Daniel Recht behalten, denn es fing wieder einmal an, zu regnen. Gegen 16:00 Uhr fuhren wir voller neuer Eindrücke ins Hotel zurück. Den Rest des Tages verbrachte Jeder auf seine Art. Die meisten nutzten allerdings die Regenpausen für individuelle Erkundungen in Algajola.

Die Sonne gab ihr Bestes, so dass wir am 15.05. wieder auf der Terrasse frühstücken konnten.
Die „Kunst“, Eier zu kochen, beherrschten wir unterdessen auch fast perfekt. Was sollte an so einem Tag noch schief gehen. Um 9:00 Uhr startete unser Kleinbus zur Bergstation Haut-Asco in einer Höhe von 1422 m. Begeistert schauten wir auf die schneebedeckten Gipfel ringsum. Unser Ziel war der
A Muvrella in einer Höhe von 2148 m. Leider gestaltete sich der Aufstieg aufgrund des in den letzten Tagen hier gefallenen Neuschnees recht schwierig. Nachdem wir bereits 300 m aufgestiegen waren, beschlossen wir umzukehren. Selbst der Abstieg war sehr kompliziert, so dass wir dafür eine Stunde brauchten. Die von Daniel angebotene Ersatz-Tour auf einem Stück des GR20 vom Parkplatz aus zu wandern, hatte auch seine Tücken. Ein prall gefüllter Wasserfall stellte für Einige ein nicht zu überwindendes Hindernis dar, so dass wir nur noch zu fünft weiterwanderten. Eine völlig durchnässte Felswand ohne Hilfsmittel zu erklimmen, war uns dann doch zu gewagt, so dass wir den Rückweg antraten.
Gegen 15:00 Uhr saßen wir im Restaurant „La Chalet“ direkt am Parkplatz und nahmen das bestellte Wandermenü “GR20“ ein. Dieses bestand aus einer Gemüsesuppe, zwei großen Gemüse-bzw. Salatplatten, Nudeln mit Kalbfleisch und Tiramisu. Zu erwähnen sei hier noch, dass die Kellnerin nicht so richtig wusste, wie sie uns den Namen des Fleisches erklären sollte. Also sprach sie schlichtweg von einer „BABY-KUH“. Damit hatte sie die Lacher auf ihrer Seite.
Gegen 16.30 Uhr fuhren wir in der Gewissheit zum Hotel zurück, das Beste aus diesem Tag gemacht zu haben. Es waren 8,7 km und je 430 Höhenmeter zusammengekommen.
Nun hieß es erstmalig, die Koffer zu packen, denn am nächsten Tag (16.05.) stand der „Umzug“ in den Osten der Insel an.

Daniel wollte vorher aber noch mit uns die Geistertstadt Occi besuchen. Also parkte er unseren Kleinbus in der nur 6 km entfernten Stadt Lumio. Für den Aufstieg benötigte unsere Gruppe 25 Minuten. Etwas erschrocken waren wir jedoch, als rund um die „Reste der ehemaligen Stadt“ Soldaten auftauchten. Es stellte sich heraus, dass gerade eine Militärübung in dieser Gegend stattfand. Also wanderten wir beruhigt und unter ständiger Beobachtung auf den mit Steinmauern eingefassten Wegen direkt zum Fuße des Capu d’Occi und schließlich auf den 563 m hohen Gipfel. Von diesem konnten wir einen abschließenden Blick auf die Wanderziele der vergangenen Tage werfen. Für den Rückweg nach Lumio schlug Daniel eine andere Route vor. Nachdem 7,5 km zurückgelegt und je 380 Höhenmeter bewältigt worden waren, verließen wir den Norden der Insel.
Begleitet von Regen- bzw. Hagelschauern fuhren wir zunächst nach Corte. Hier gelang es uns, nicht nur die Stadt etwas zu erkunden, sondern sogar ein Restaurant zu finden, das nicht wie sonst üblich um 14:30 Uhr die „Küche“ schloss. Dank der Französischkenntnisse von Brigitte fand jeder das Passende für sich auf der Speisekarte. Die Wahl fiel auf ein Mexikanisches Gericht. Es handelte sich um Fajitos, also Maisfladen mit Hühnchenfleisch und Gemüse sowie Creme Fraiche. Nach dem an das Essen anschließenden Anstieg auf einen Aussichtspunkt, fuhren wir kurz vor 17:00 Uhr weiter.
Auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft in Canella erledigten wir noch den Einkauf für das Frühstück am nächsten Morgen. Um 18:50 Uhr war Canella erreicht. Dort machte sich schnell etwas Ernüchterung und Enttäuschung breit, denn der Strand vor der „Haustür“ war 1 km entfernt und wir waren auf verschiedenste Bereiche dieser Ferienhaussiedlung verteilt.
Da stellte sich schon die Frage, wie das gemeinsame Zubereiten und Einnehmen des Frühstücks funktionieren sollte. Unsere Gruppe fand gemeinsam eine Lösung. Barbara und Dieters Ferienhäuschen wurde für 3 Tage zur „Frühstückspension“. Auf deren Terrasse ließ es sich bei bestem Wetter echt sehr angenehm frühstücken. Deshalb gilt Beiden an dieser Stelle im Namen der Gruppe nochmals ein herzliches Dankeschön für ihr Entgegenkommen.

Unser Wanderleiter Daniel hatte sich bereit erklärt, seinen freien Tag (17.05.) für uns zu opfern und damit eine neue Wanderung mit uns in Angriff zu nehmen. Dankbar nahmen wir seinen Vorschlag an. Zunächst fuhren wir zu einem Parkplatz an der Passhöhe Ospedale, von wo aus wir auf den 1381 m hohen Monte Calva aufstiegen. Hierbei mussten wir erkennen, dass das Wetter im Gebirge schnell umschlagen kann, denn außer Nebel sahen wir auf dem Gipfel nichts. Außerdem war es merklich kalt geworden. Daniel ermunterte uns trotzdem, indem er darauf verwies, welche Berge in welcher Richtung zu sehen wären. Beim Abstieg auf einer anderen Route mussten wir aufgrund der Rutschgefahr ganz schön aufpassen. Am Parkplatz angekommen wurde zügig der Parkplatz am Wasserfall angesteuert. Ja, dieser stand auch noch auf unserem Programm, aber erst einmal war es an der Zeit, ein Käffchen zu trinken. Entsprechend gestärkt und motiviert, liefen wir die zusätzlichen 5 km fast im „Sturmschritt“ zum Piscia di Gallo, dessen Name übersetzt „Hahnenpiss“ ist. Der Weg verlief über Schotter- später auch Waldwege. Selbst das Balancieren auf einem Holzstamm, um einen breiten Bach zu überwinden, wurde uns abverlangt. Vom „Wackelstein“, einem sehr beliebten Fotomotiv, ging es steil bergab. Bis ganz hinab wagten sich aufgrund der Warnhinweise nur Wenige. Damit hatten wir den spektakulären und nach Daniels Worten schönsten Wasserfall Korsikas gesehen. Dankeschön, Daniel, für diesen Tipp. Wieder zurück in Canella duschten wir, um gegen 19:15 Uhr in das nahe gelegene Restaurant „Auberge de Canella“ zu fahren. Hier hatten wir auf dem „Heimweg“ vom Wandern bereits angehalten und der Wirt freute sich sehr, uns nun wieder zu sehen. Die Essenauswahl fiel hauptsächlich auf Fisch und Lamm. Um uns zu erklären, dass das Lamm aus der Region stamme, verband der Kellner seine gestenreiche Erklärung mit den Worten „Bumm, Bumm!!“ Man merkte wieder einmal, dass die Verständigung mit einer Mischung aus Englisch, Deutsch und Zeichensprache relativ gut klappte.
Die Tagesbilanz ist Folgende: 9,6 km sowie je 520 m nach oben und unten, plus: 5,0 km und je 230 Höhenmeter

Am Freitag (18.05.) standen die „Korsischen Dolomiten“ und damit ein Teil des GR20 auf dem Plan. Am Bavella-Pass fanden wir einen Parkplatz, von dem aus ein steil nach unten führender Waldweg zu passieren war. Danach folgten wir dem in Serpentinen verlaufenden Weg hinauf zum Foce Finosa in 1206 m Höhe. Nach einer kurzen Pause ging es in eben beschriebenem Sinne weiter. Beim Abstieg kam es zu einem Zwischenfall. Vierbeinige Wanderer in Gestalt von Kühen versperrten uns den Weg. Also wichen wir aus, um unbeschadet an der Paliri-Hütte anzukommen. Hier hatten wir uns eine ausgiebige Mittagspause und natürlich etwas zum Trinken aus der Imbissversorgung vor Ort verdient. Dabei kamen wir schnell mit dem Hüttenwirt ins Gespräch. Danach galt es, den Rückweg in Angriff zu nehmen, für den wir 150 Minuten benötigten. Die zurückgelegte Strecke betrug 14,3 km mit An- bzw. Abstiegen von je 690 m.
Nach einer Erholungspause in der Unterkunft brachen wir um 19:15 Uhr auf, um in dem selben Restaurant wie am Vortag einzukehren. Als Willkommensgeste spendierte der Hausherr gleich mal zwei Platten mit Schinkenvariationen und Baguettes. Sein Spezialmenü entpuppte sich als Bohnen- Kartoffel-Lamm-Topf. Seinen Beschreibungen nach hatten wir Spargel erwartet, aber es war auch sehr lecker. Mit Handschlag verabschiedete sich der umsichtige Wirt von uns.

Der 19.05. bedeutete wieder einen Wechsel des Quartiers. Zuvor frühstückten wir gemeinsam auf der Terrasse der Familie Myritz. Dabei sei zu erwähnen, dass Dieter aus Salami, Zwiebeln, 18 Eiern und diversen Zutaten ein leckeres Rührei zauberte. Nach dem Verladen aller Gepäckstücke fuhren wir an die Südspitze Korsikas, zum Capo Pertusato. In der Nähe des Leuchtturms parkte Daniel das Auto, um mit uns zunächst in diese Richtung zu wandern. Beim Anblick des Meeres stürzten sich vier besonders Mutige in die Fluten. Ein aus den Naturkräften geschaffenes Schiff brachte uns ebenso ins Schwärmen wie der Blick nach Sardinien. Es war schon etwas komisch, denn vor zwei Jahren, hatten wir von Sardiniens Nordspitze nach Korsika geschaut.
Nach diesem Abstecher ins bzw. ans Wasser liefen die meisten zum Auto zurück, während vier Wanderlustige noch zum Leuchtturm hinaufkraxelten. Nach wenigen Minuten Autofahrt setzte uns Daniel an einem Weg, der den Beginn der Klippenwanderung nach Bonifacio darstellte, ab. Er selbst suchte für den Kleinbus einen Parkplatz in der Stadt und kam uns entgegengelaufen.
An dem zauberhaften Blick auf die Küste und das Wasser an sich konnten wir uns kaum satt sehen, so dass wir uns zu einem Picknick niederließen. Danach liefen wir weiter und begegneten Daniel. Gemeinsam legten wir die restliche Strecke bis zur Festung und der Stadt zurück. Begeistert schlenderten wir durch die engen Gassen, durch die sogar Autos passten. Nachdem wir uns ein Käffchen und Eis gegönnt hatten, setzten wir unsere Fahrt nach Cargese, wo sich unsere dritte Unterkunft befand, fort. Bis dahin waren es noch 170 km. Wenige Minuten nach 19:00 Uhr waren wir am Ziel, um uns 20:00 Uhr wieder zu treffen. Teils mächtig ausgehungert betrat unsere Gruppe gleich das erste Restaurant, um das Abendessen einzunehmen. Offensichtlich zählte auch ich zu den besonders Hungrigen, denn ich habe vergessen, was es zu speisen gab. Viel wichtiger war, dass wir hier gleich noch das Zubereiten des Frühstücks für die nächsten Tage in Auftrag geben konnten. Gegen 22:30 Uhr fielen wir todmüde in die Betten. Anzumerken sei noch die Tagesbilanz: 9,5 km und je 230 Höhenmeter.

Der Pfingstsonntag (20.05.) begann also mit dem Frühstück in dem kleinen Restaurant in der Nähe unserer Ferienhaussiedlung. An diesem Tag zur freien Verfügung hatten wir uns schnell zu sechst zusammengefunden, um zum an einer Küstenspitze gelegenen Genuesenturm zu wandern. Hartmut lotste uns dank seines GPS-Gerätes dorthin. Wie sich herausstellte war es ein begehrter Ausflugs- und Aussichtspunkt, denn es waren Scharen an Menschen unterwegs. Direkt an einem Sandstrand machten wir auf dem Rückweg Halt. Nach dem Verzehr eines Getränks (hauptsächlich Espresso) blieben Hartmut und Susanne am Strand zurück, um baden zu gehen. Zu viert wanderten wir auf einem näher am Wasser verlaufenden Weg zurück und schauten uns im Ort noch etwas um. Am Abend trafen wir uns alle wieder, um zum Hafen zu fahren und dort Abendbrot zu essen. Wir entschieden uns für ein Menü, aus Fischsuppe, Dorade mit Kartoffeln und Ratatouille sowie einem Wahldessert (Eis, Tiramisu oder Crepes). Dabei besprachen wir auch die Vorhaben für die nächsten Tage.

Aufgrund der Wetterprognosen hatte Daniel für den 21.05. die Wanderung durch die Spelunca-Schlucht von Otta nach Evisa vorgeschlagen. Nach der einstündigen Fahrt nach Otta nahmen wir die Durchquerung der Schlucht in Angriff. Schließlich war es eine kraftzehrende Tour bei der vorherrschenden Schwüle. Gegen 13:00 Uhr fanden wir ein schattiges Fleckchen für eine zwanzigminütige Rast. Da stieß Daniel wieder zu uns, der den Kleinbus am „Ausgang“ der Schlucht geparkt hatte. Ca. 15 Minuten vor dem Erreichen desselben setzte der vorausgesagte Regen ein. Damit hatten wir alles richtig gemacht. Die Wanderstrecke war ca. 9 km lang und wir liefen ca. 650 m bergan und 235 m bergab. Auf dem ersten Teil des Rückweges machten wir gleich noch Bekanntschaft mit ausgewilderten Hausschweinen, die die Straßenränder und teils die Straßen selbst bevölkerten. Ja, auch das gibt`s. Wir staunten nicht schlecht, wie nah die Tiere sich unserem Auto näherten.
Im strömenden Regen fuhren wir zunächst bis zum idyllisch gelegenen Cafe Les Roches Bleues direkt an der D81. Dort tranken wir Kaffee und einige testeten den Kastanienkuchen.
Leider mussten wir auf den sonst üblichen tollen Ausblick verzichten. Wir fuhren also zurück nach Cargese, um uns für das Abendessen frisch zu machen. Gemeinsam liefen wir zum Restaurant “ Mimino“, das in dem Reiseführer, den Heidi mithatte, gute Kritiken bekommen hatte. Es sollte sich als „Volltreffer“ erweisen. Um es vorwegzunehmen, wir blieben diesem Lokal bis zum Ende treu. Täglich gab es ein anderes Tagesgericht, alles wurde frisch zubereitet und die Bedienung war äußerst zuvorkommend. Damit lag die Zufriedenheit auf beiden Seiten.

Am 22.05. steuerte unser Kleinbus zunächst das kleine Dorf Osani an. Unser Tagesziel war die Festungsanlage Girolata. Der Weg dahin verlief mal näher, mal etwas weiter entfernt vom Wasser. Gegen 13:00 Uhr ließen wir uns für die „Mittagsrast“ nieder. Leider mussten wir den Picknickplatz fluchtartig verlassen, da wieder einmal ein Regenschauer aufzog. Also stellten wir uns im Restaurant unter und tranken gleich noch einen Kaffee. Daniel hatte zuvor eine Überfahrt mit einem „Boot“ für 14:00 Uhr telefonisch vereinbart. Diese mutete schon etwas abenteuerlich an. Unterhalb des Parkplatzes in Osani befand sich ein kleiner Anlegesteg. Für den Aufstieg benötigten wir ca. eine Stunde. Somit betrug die Tagesbilanz eine Wegstrecke von 9 km und einen Höhenunterschied von je 500 m. Gegen 17:00 Uhr waren wir in Cargese zurück. Bis zum Abmarsch zum Abendessen hatten wir etwas Zeit, zu verschnaufen. Der Abend klang im Restaurant „Mimino“ aus, dass teils täglich die Dessertangebote wechselte. Nur Hartmut musste sich etwas mehr in Geduld üben, bis es ihm gelang, Myrte-Eis zu kosten.

Das Tagesziel für den 23.05. war der Genuesenturm Tour de Turghiu am Capo Rosso. Nach einer 35-minütigen Anfahrt stellte Daniel den Kleinbus auf einem Parkplatz 6 km von Piana entfernt ab. Von dort wanderten wir zunächst eine Stunde bis zum „Basecamp“, wie Daniel formulierte, ehe wir mit dem Aufstieg zum Turm begannen. Dessen Aussichtsplattform zu erreichen, war aufgrund einer steilen, ungesicherten Treppe nicht ganz gefahrlos. Dafür wurden wir mit tollen Ausblicken auf den Golf von Porto belohnt. Nachdem wir gegen 14 Uhr wieder am Parkplatz waren, beschlossen wir noch einen Abstecher zum Cafe „Chalet de Roches Bleues“ zu machen. Bei bester Aussicht genossen wir den Kaffee. Anschließend wanderten wir auf unterschiedlichen Touren noch einmal los. Die erste Runde, „Corniche“ genannt, war etwas für die Mutigeren unter uns. Von oben erblickten wir das Cafe wieder. Nach dem Abstieg auf der anderen Seite folgten wir den restlichen Wanderern zum“ Chateau Fort“.
Am Eingang zu diesem Felsenlabyrint steht ein Felsgebilde, das einen „Hundekopf“ darstellt.
Natürlich waren weitere Tiere dort zu entdecken. Alles in allem erhöhte sich unsere Tagesbilanz um ca. 4 km und 235 Höhenmeter! Gegen 17:30 Uhr trafen wir in der Unterkunft wieder ein, um nach 90 Minuten zu unserem Lieblingsrestaurant los zu gehen.

Am 24.05. stand unsere letzte gemeinsame Wanderung an. Daniel hatte vorgeschlagen, eine längere Anfahrt in Kauf zu nehmen, dafür aber eine andere Region im Inneren der Insel zu erkunden. Wir fuhren zu der nahe des Ortes Bastelica gelegenen Skistation in 1610 m Höhe.
Ca. 275 m vor dem Parkplatz hörte die Straße auf einmal auf, aber auf dem Schotterplatz stellte Daniel unseren Kleinbus ab. Dann ging es zu Fuß weiter und erst einmal mächtig bergan, ehe wir dem Kammweg in beständigem Auf und Ab folgten. Das Tagesziel waren die „Bergeries de Pozzi“. Vor dem Erreichen dieser Feuchtwiesen wartete eine andere Herausforderung, das Passieren von mehreren Schneefeldern, auf uns. Das überraschte alle sichtlich. Dafür erblickten wir ein kleines Paradies, an dem wir einige Zeit verbrachten. Der Rückweg auf einem anderen Pfad war nicht weniger anstrengend, so dass wir den Parkplatz erst gegen 17:10 Uhr und unser Quartier ca. 19:30 Uhr erreichten. Dennoch bewies unsere Gruppe, dass man sich auch mit dem Duschen beeilen kann, denn nur eine halbe Stunde später waren wir bereit, in die Gaststätte aufzubrechen. Es gab leckeren Wolfsbarsch als Tagesangebot, das viele von uns aßen.
An diesem Tag waren 13,2 km und je 762 Höhenmeter zusammengekommen. Das war jedenfalls eine tolle Abschlusswanderung.

Den letzten, zugleich freien Tag in Korsika nutzte Jeder so wie er es wollte. Manche Kleinigkeit für die zu Hause Gebliebenen wurde noch gekauft. Letztendlich zog es uns aufgrund der hohen Temperaturen natürlich ans bzw. ins Wasser. Ein letztes Mal genossen wir das Rauschen der Wellen, die Ruhe und natürlich das Flair am Strand bzw. in den Cafés. Am Abend ging es zum Abschlussessen ins Restaurant, wo uns Paella mit Meeresfrüchten (Muscheln, Garnelen, Fischfilet, Oktopus) serviert wurde. Das war ein richtiges Highlight. Selbst Hartmut bekam sein Myrte-Eis und wir alle zum Abschluss noch einen „Verdauerli“. Nun hieß es wirklich, von dieser bezaubernden Insel Abschied zu nehmen.
Am 26.05. um 5:00 Uhr verließen wir an Bord des Kleinbusses Cargese. Am Flughafen Bastia verabschiedeten wir uns von Barbara, Brigitte, Herbert, Dieter und Heidi. Deren Heimreise gestaltete sich etwas ungeheuerlich. Da die Fluglotsen bei Eurowings streikten, wusste keiner, wann ihr Flieger starten würde. Die Maschine nach Berlin-Tegel hob 30 Minuten später ab, aber die für unsere Wiener Freunde gebuchte Maschine erst nach 3 Stunden Verspätung. Damit verpassten sie ihren Anschlusszug und waren nach fast 26 Stunden endlich zu Hause.
Susanne, Hartmut und ich fuhren mit Daniels Auto zum Fährhafen. Die siebenstündige Überfahrt nach Genua nutzten wir u.a., um etwas Schlaf nachzuholen. Beeindruckt verfolgten wir das Einfahren der Fähre in den Hafen. Von dort ging es mit dem Auto weiter bis zum Gardasee zur Zwischenübernachtung. Nach dem Frühstück ging es kurz nach 9:00 Uhr weiter gen Dresden, wo wir nach 12 Stunden Fahrt ankamen. An dieser Stelle sei Daniel noch einmal für seine exzellente Fahrweise gedankt.
Im Namen aller Reiseteilnehmer möchte ich den Organisatoren bzw. Vorbereitern dieser Wanderreise ganz herzlich danken.

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