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Ligurien und die Toskana hautnah erlebt; Reisebericht zu unserer 2 wöchigen Rundreise durch die Toskana und Ligurien von unserem Stammgast Manuela


Am 30.09.2018 begann für 12 Wanderfreunde aus Berlin, Chemnitz, Dresden, Gera, Halle, Köln, Pirna und Wien eine Wanderrundreise durch die Cinque Terre in Ligurien und die südliche Toskana. Die Meisten von uns flogen von Berlin-Schönefeld nach Pisa. Dort angekommen erwarteten uns bereits Marko Weiss und Daniel Kostka. In zwei Kleinbussen fuhren wir gemeinsam in die erste Unterkunft, die sich im Kloster Santuario di Nostra Signora di Soviore befand. Gegen 11:30 Uhr waren wir bereits vor Ort. Die Zeit bis zum Bezug der Zimmer überbrückten wir damit, die Blicke in die Landschaft, die Sonne und ein Getränk, meistens Kaffee, zu genießen.
Den Nachmittag verbrachten wir im Städtchen Monterosso, das wir zum Teil zu Fuß, aber auch mit einem Kleinbus erreichten. Zum Abendbrot waren alle beisammen und uns wurde ein tolles, sehr reichhaltiges Essen serviert. Es gab als Vorspeise einen Antipasti-Teller gefolgt von zwei Hauptgerichten (mediterrane Spirelli bzw, Gnocchi mit Garnelen und mit Käse überbackenes Schnitzel bzw. Fisch mit Pommes und Salat). Danach waren wir im wahrsten Sinne des Wortes „genudelt“.

In der Nacht zum 1.10. ging ein heftiges Gewitter über der Region nieder. Da wir uns unter dem Schutz GOTTES befanden, wie Dieter am nächsten Morgen zum Besten gab, konnte uns gar nichts passieren.
Nach dem gemeinsamen Frühstück begann unsere erste Tour direkt am Kloster. Zunächst war ein reichlich 2 km langer „Gänsemarsch“ an einer Landstraße entlang zu absolvieren. Am Sattel Passo del Termine bogen wir auf einen Höhenweg ab. Leider kam das Grollen am Himmel immer näher, so dass der angekündigte Regen auch tatsächlich einsetzte. Davon ließen wir uns nicht beeindrucken. Schließlich hatte der „Wettergott“ ein Einsehen, denn beim Bewältigen der nächsten Auf- und Abstiege zeigte sich „Klärchen“ doch noch. Auf dem über den Monte Malpertuso führenden Höhenweg gelangten wir nach San Bernadino. Unser erster Anlaufpunkt war das kleine Cafe, das nicht nur diverse Getränke im Angebot hatte, sondern durch ein angenehmes, stressfreies FLAIR überzeugte. Die letzte Etappe führte uns eine schmale Teerstraße hinab nach Vernazza. In diesem kleinen Küstenort wimmelte es von Menschen. Eine Stunde lang wurde er von uns erkundet, ehe wir den Zug nach Monterosso bestiegen.
Dort angekommen entschieden sich vier Wanderer von uns, zum Kloster zu Fuß zu laufen, während die Anderen von Daniel abgeholt wurden. Die Auftaktwanderung umfasste alles in allem 15 km und 400 m im Auf- sowie 800 m im Abstieg. Alle freuten sich nach dieser Anstrengung auf das Abendbrot. Während wir uns noch etwas erholten, rüstete sich Marko, um nach Hause zu fahren. Für ihn stieß an diesem Abend Klaus als 2.Kraftfahrer zu uns, für den wir noch „Reste vom Abendbrot“ zusammen gestellt hatten.

Am 2.10. fuhren wir um 9:30 Uhr am Kloster ab. Am Kreuzungspunkt „Colla di Gritta“ in 345 m Höhe begann die Wanderung. Von dort ging es zunächst auf breiten Schotterwegen bergab, um dieselben Höhenmeter und noch mehr auf schmalen, verschlungenen Pfaden wieder nach oben zu kraxeln. Das erste Teilziel stellte der Montenegro dar, auf dem eine Pause eingelegt wurde. Der Kammweg verlief weiter im ständigen Auf und Ab. Dabei hatten wir stets „unser“ Kloster bzw. verschiedene Küstenabschnitte im Blick. Auf dem auf einer Halbinsel gelegenen Aussichtspunkt „San Antonio“ wollte Daniel mit uns die Mittagspause einlegen. Leider war dieser bereits von einer Unmenge französischer Wanderer in Beschlag genommen worden, so dass wir an einer ähnlich schönen Stelle die Aussicht und unsere Verpflegung aus dem Rucksack genossen. Gestärkt folgten wir dem nun hauptsächlich abwärts führendem Weg nach Levanto, wo unsere Gruppe gegen 15:30 Uhr ankam. In Nadjas BAR am Strand ließen wir uns nieder und die angenehme Atmosphäre auf uns wirken. Etwa zwei Stunden später fuhr der Zug nach Monterosso zurück. Ein Taxi brachte uns zu sechst zum Startpunkt der Tagestour. Während Daniel den Rest der Gruppe in Monterosso abholte, fuhr Klaus mit den Übrigen schon ins Kloster. Um 19:30 Uhr fanden sich alle im Speiseraum ein, um ein leckeres, von Fisch dominiertes Abendessen zu sich zu nehmen. Die Wanderung, bei der wir 520 m auf- und 75 0m abstiegen, war 13 km lang.

Für den 03.10. war eine als Küstenspaziergang deklarierte Wanderung vorgesehen. Nach der Anfahrt mit den Kleinbussen nach Monterosso starteten wir gegen 9:50 Uhr am Parkplatz. Nach einem relativ kurzen Wegstück direkt an der Küste, hieß es Treppen zu steigen und das im Pulk. Bereits an dieser Stelle merkten wir, dass wir uns auf einem sehr beliebten Terrain bewegten. Oftmals ging es nur im, den Autofahrern in Städten wohl bekannten „STOPP and Go“ vorwärts. Die herrlichen Aussichten entschädigten dennoch. In Vernazza kamen wir deshalb erst um 12:30 Uhr an. Nach einer Pause liefen wir zu zehnt weiter nach Corniglia. Die Übrigen legten dieses Teilstück mit dem Zug zurück. Nach 90 Minuten war die „Läufergruppe“ vor Ort und alle hatten nun etwas Zeit, sich den Ort anzusehen oder ein Eis zu schlecken. Da der weiterführende Weg nach Manarola gesperrt war, fuhren wir gemeinsam mit dem Zug dort hin, um für die Rückfahrt das Schiff nutzen zu können. Bis zum Ablegen desselben hatten wir Zeit für individuelle Erkundungen. Eine wie in Deutschland übliche Schiffsanlegestelle konnten wir jedenfalls nicht entdecken. Das löst man in Ligurien anders. Ein Felsvorsprung genügt. Ebenso stellten wir fest, dass die Uhren dort anders ticken, denn das Schiff legte bereits 10 Minuten vor der offiziellen Abfahrtszeit ab. Den Fahrtwind genießend blickten wir auf die Küste bzw. die kleinen Orte zurück. Die Wanderstrecke betrug 9 km und es waren 530 m bergan sowie 450 m bergab zurück zu legen.

Am 04.10. stand der erste Wechsel der Unterkunft an. Das Hotel „Marvin“ in Sant’Albino bei Monteplulciano erwartete uns. Zunächst fuhren wir nach Pisa, wo wir gegen 11:20 Uhr eintrafen. Alle wollten den „Schiefen Turm“ mit eigenen Augen sehen und besteigen. Also führte unser erster Weg zum Ticketverkauf. Wir hatten Glück und bekamen welche für das gleiche „Zeitfenster“. Bevor es so weit war, besichtigten wir u.a. die Kathedrale, reihten uns in die WC-Schlange ein, mussten unsere Rucksäcke abgeben und uns einer Leibesvisitation unterziehen. Vom Turm und den Blicken von oben waren wir fasziniert, von dessen „Schieflage“ auch ein bisschen beim Betreten der nach oben führenden Wendeltreppe irritiert. Anschließend trafen wir uns wieder, um zunächst gemeinsam, später in kleineren Grüppchen durch Pisas Altstadt zu bummeln und ein Käffchen zu trinken. Um 15:30 Uhr begann die Weiterfahrt in Richtung Montepulciano. Kurz nach 18 Uhr waren wir am Ziel, bezogen unsere Zimmer und begaben uns zum Abendessen in ein Restaurant. Die Auswahl der Speisen dauerte etwas, aber Brigitte half dank ihrer Sprachkenntnisse beim „Entschlüsseln“ dieser. Obwohl die Kellnerin geduldig alle Essenswünsche notierte, gab es einige Probleme bei der Zuordnung der frisch zubereiteten Speisen. Herberts Beilage landete bei mir und als mein Spinat in „Blockform“ tatsächlich kam, war das Erstaunen groß. Bei den Desserts waren Tiramisu und Panna Cotta die „Renner“. Nur Herbert schaute ein bisschen ungläubig drein. Ihm wurde ein einziger Miniwindbeutel serviert. Der Chefkellner erläuterte ihm wort- und gestenreich, dass alles seine Richtigkeit hatte. Schließlich brachte er ihm doch noch einen Teller mit der kompletten Auswahl an Windbeuteln einschließlich Eis und Sahne. Da war Herbert richtiggehend glücklich. Somit verließen wir gegen 21:30 Uhr zufrieden und gesättigt das Lokal.

Am 05.10. wollten wir nach dem Frühstück mit vielen süßen Sachen, was vor allem die Kuchenfreunde unter uns freute, starten. Zuvor kümmerten sich Daniel und Klaus um die defekte Schiebetür eines Kleinbusses. Der Hotelchef fuhr kurzerhand mit Beiden zu einer Autowerkstatt, in der zunächst eine Übergangslösung gefunden wurde. Dann konnte es wirklich losgehen. Wir fuhren zum Parkplatz in Montepulciano. Von dort stieg Daniel mit uns steil bergan zum zentralen Platz der Stadt, wo wir u.a. die Kirche besichtigten. Durch die romantischen Gässchen ging es bergab, aber nicht, ohne einen Blick von der Terrasse der Akademie für europäische Musik in die Landschaft zu werfen und bei einer Musikprobe zu lauschen. Den nächsten Stopp legten wir am schönsten Bauwerk außerhalb der Stadt, dem Tempio San Biagio, ein. Dort begann unsere eigentliche Wanderung, die ebenfalls als „beschaulicher Spaziergang“ mit welligem Profil angekündigt war. Um es vorweg zu nehmen, am Ende waren schlappe 16 km zusammen gekommen mit je ca. 500 zu bewältigenden Höhenmetern. Um 13:45 Uhr war es höchste Zeit für eine verspätete Mittagsrast. Daniel und Klaus verkürzten diese für sich, da sie sich nochmals um die Schiebetür des Autos kümmern wollten. Also übernahm Brigitte vorläufig den Posten des Wanderleiters, per Handy mit Daniel in Kontakt stehend. Gegen 15:35 Uhr hatten alle den letzten steilen Berg zum Tagesziel Pienza bewältigt. Nachdem wir die Bushaltestelle gefunden und uns erfolglos um Fahrkarten für die Rückfahrt bemüht hatten, fanden wir Plätze in einem kleinen Cafe. Die Kaffeevariationen brachten uns wieder auf Trapp, so dass wir uns noch etwas im Ort umsahen. An der Haltestelle warteten wir auf den Bus, dessen Fahrer nicht bereit war, uns ohne Fahrkarte mitzunehmen. Er redete sich richtig in Rage und machte Brigitte klar, dass sie diese in der BAR gegenüber holen muss. Aufgrund dessen fuhr der Bus verspätet los. In Montepulciano angekommen telefonierte Brigitte mit Daniel, der uns gemeinsam mit Klaus am Busbahnhof abholte und gleich noch einen Kurzeinkauf im Supermarkt ermöglichte. Zum Abendessen fuhren wir in eine Pizzeria, die Daniel im Vorab ebenso wie das gestrige Lokal bereits getestet hatte. Allen schmeckte es dort so gut, dass wir auch an den nächsten beiden Tagen in diesem Lokal einkehrten.

Am 06.10. steuerten unsere Autos zunächst das Kloster Abbazia di Sant’Antimo an. Wir besichtigten in aller Ruhe sowohl die Kirche als auch den Klostergarten. Vorher wies uns Daniel noch auf zwei wichtige Dinge hin. An einer Säule befindet sich ein Meisterwerk mittelalterlicher Skulpturen. Es ist die Szene „Daniel in der Löwengrube“ dargestellt. Die Kirche gilt als „Quelle der Energie“. Deren Altar steht über der Kreuzung dreier unterirdischer Wasserläufe. Wer sich dem Altar nähert und um diesen herumläuft, soll so neue Energie schöpfen.
Damit konnte bei der weiteren Wanderung nach Montalcino wirklich nichts mehr schief gehen und wie so oft ging es gleich zu Beginn bergan. Nachdem wir ca.90 Minuten teils im Regen gewandert waren, ließen wir uns zu einer Mittagsrast nieder, die durch den nächsten Regenschauer eingekürzt wurde. Unbeeindruckt weiter laufend kamen wir zur besten Kaffeezeit in Montalcino an. Dort entluden dicke Regenwolken gerade wieder ihr Fracht, so dass wir in ein Cafe flüchteten. Schließlich erkundeten wir das Städtchen noch etwas in Eigenregie und fuhren gegen 17 Uhr ins Hotel zurück. Damit waren wir 12 km gelaufen. Diese waren mit einem Anstieg von 520 m und 350 m im Abstieg verbunden. Den Abend verbrachten wir in der Pizzeria.

So wie es sich für einen Sonntag (07.10.) gehört, ließen wir uns bis zur Abfahrt um 9:30 Uhr etwas Zeit. Eine Stunde später erreichten wir den Parkplatz in Siena. Daniel zeigte uns zunächst die wichtigsten Plätze in der Stadt, ehe wir diese nach dem Erwerb eines Kombi-Tickets allein erkundeten. Zunächst reihten wir uns in eine Schlange ein, um von der Domterrasse aus einen Blick auf die Stadt zu werfen. Das Warten hat sich gelohnt. Danach besichtigten wir die Krypta und als wahres Highlight den Dom mit der dort integrierten Bibliothek. Im Baptisterium bestaunten wir das aus Marmor geschaffene und mit Bronzefiguren verzierte Taufbecken. Dank unserer stets aufmerksamen Brigitte konnten wir uns sogar noch eine Lichtshow zur Geschichte der Stadt ansehen. Die wenigen Minuten bis zur vereinbarten Treffzeit nutzten Viele, sich ein übergroßes Eis oder einen starken Kaffee zu gönnen. Das war ein wirklich toller Sonntag, an dem wir genügend treppauf oder -ab auf den Beinen waren. Am Abend brachen wir ein letztes Mal in die Pizzeria zum Abendessen auf. Als Dankeschön spendierte der Wirt für jeden einen Limoncello.

Der nächste Tag (08.10.) stand im Zeichen des „Abarbeitens“ verschiedener „Punkte“. Zuerst wanderten wir auf einer 11 km langen Runde je 450 m bergan und -ab um Bagno Vignoni, einem 30 Seelen zählenden Dorf mit Thermalquellen. Auf einer Hochfläche oberhalb vom Ort machten wir einen Abstecher nach Vignoni. Hier warfen wir einen Blick in die romanische Kirche und auf Reste der alten Stadtmauer bzw. alte Steinhäuser. Kurz vor dem Ende der Tour wies uns Daniel auf die sich am Hang befindlichen Wasserfälle hin, die Touristen teils als „Dusche“ nutzen bzw. Wasserbecken, in denen man sogar baden kann. Nach diesem letzten Anstieg kehrten wir zum landestypischen Essen im Restaurant „Le Terme“ im Ort ein. Auf der Terrasse sitzend gelang uns die Essenauswahl recht schnell. Der Renner war gegrillter Fisch.
Gut gestärkt wurde das Restprogramm des Tages mit kurzen Stippvisiten in San Quirico d‘Orcia, und Monticchiello in Angriff genommen. Kurz vor 18 Uhr kamen wir in Montepulciano an. Dort steuerten einige unserer Frauen zielstrebig ein Taschengeschäft an. Vier Stück wurden käuflich erworben. Anschließend ließen wir uns in einer kleinen Bar nieder und nutzten das „Happy-Hour-Angebot“, das aus einem Glas Wein und Bruschetta bestand. An diesem letzten Abend im Hotel „Marvin“ setzten wir uns gegen 20 Uhr noch einmal zusammen. Dabei ließen wir die zurückliegenden Tage Revue passieren, besprachen aber auch schon die Pläne für den nächsten Tag. Zu unser aller Freude spendierte uns die Hotelchefin zwei Flaschen Wein. Das war eine echt nette Geste.

Am 09.10., an dem Herbert Geburtstag hatte, war ein erneuter Wechsel der Unterkunft angesagt. Nach dem Frühstück und dem Verladen des Gepäcks fuhren wir 9:30 Uhr ab. Fast zwei Stunden später erreichten wir San Galgano, wo sich die bekannteste Klosterruine der Toskana befindet. Nach deren Besichtigung stiegen wir hinauf zur Kapelle Eremo di Montesiepi. In dieser war das Felsenstück zu sehen, in das S.Galgano sein Schwert als Zeichen der Abkehr von den Waffen gerammt hatte. Unser nächstes Fahrtziel war Sasso Pisano. Dort interessierten uns die geothermischen Felder. Das Aufsteigen der schwefelhaltigen Dämpfe und das Blubbern in den Schlammlöchern zu beobachten, war sehr beeindruckend. Auf dem Rundwanderweg waren sogar Blicke auf verschiedene Inseln wie Monte Christo und Elba möglich. Im Ort selbst fanden wir eine BAR, in der wir endlich zu unserem lang ersehnten Kaffee und/oder Eis kamen. Danach steuerten unsere Fahrer das Agriturismo „Incanto del Fiume“ bei Pomarance an, das kurz vor 18 Uhr erreicht wurde. Eine Stunde später fanden sich alle zum gemeinsamen Abendessen zusammen. Ein Blick in die Küche ließ nur GUTES ahnen.
Dem Konzept des „Agriturismo“ entsprechend wurden die Pasta, später auch Ravioli, selbst hergestellt. Da kamen unsere Erinnerungen an den Wanderurlaub in Sardinien wieder auf.
Es gab Täubchenragout mit Pasta, sowie Hirschbraten mit Pilzen und Kürbis und als Dessert ein Stück Apfelkuchen. Dazu gab es Wasser und Wein. Letzterer aus eigener Produktion und zu einem durchaus akzeptablen Preis.

Eine Wanderung durch die Weinberge stand am 10.10. auf dem Programm. Nach einer einstündigen Anfahrt mit den Kleinbussen starteten wir diese in San Donata an einem Weinverkauf. Trotz der Verlockung liefen wir zunächst nach Montauto, wo sich ein schattiges Fleckchen für die Mittagsrast fand. Unser Tagesziel, San Gimignano, hatten wir zwischendurch immer wieder einmal vor Augen und um 14 Uhr erreicht. Zunächst zeigte uns Daniel die wichtigsten Plätze in dieser oft als „Manhattan der Toskana“ bezeichneten Stadt. Die anschließende Freizeit nutzten wir auf unterschiedliche Art und Weise. Einige ließen sich den Blick vom Torre Grossa, dem mit 54 m höchsten Turm, sowie in den Dom nicht entgehen. Für Andere war ein stärkender Espresso bzw. ein Eis im prominentesten Eisgeschäft der Toskana – Gelateria Dondoli – die 1.Wahl. Die Zeit verging wie im Fluge. Gegen 17 Uhr machten wir uns mit einem Zwischenstopp am Supermarkt auf den „Heimweg“ und freuten uns auf ein leckeres Abendessen. Dessen Highlight war als Dessert PANNA COTTA, aber auch die Suppe aus weißen Bohnen und der Schweinegulasch mit Oliven, geschmortem Paprika und Weißbrot schmeckten super. So ließen wir den Tag in geselliger Runde beim hauseigenen Wein ausklingen. Wir waren immerhin 10 km gewandert und hatten je 350 Höhenmeter bewältigt.

Aufgrund der recht unsicheren Wetterprognosen fuhren wir am 11.10. etwas eher los, so dass wir bereits vor 10 Uhr in Volterra ankamen. Zunächst liefen wir auf einer schmalen, sich schlängelnden Teerstraße bergab. Teilweise führte der Weg aber auch auf Lehmboden durch Waldgebiete. Nach einer Stunde fing es an, zu regnen. Auf einer stärker befahrenen Straße liefen wir brav im Gänsemarsch. Natürlich führte diese bergan. Da kam ein kleiner Abstecher zu zwei beleuchteten Grabkammern aus dem 3. bis 1.Jahrhundert v. Chr. gerade recht. Wenig später zweigte der Weg in den Wald ab, wurde aber immer schmaler und steiler. Da half vorerst eine Pause. Mit frischen Kräften nahmen wir die nächsten Höhenmeter in Angriff und schritten gegen 13:35 Uhr durch das älteste Stadttor, namens „Diana“. Auf der Etappe bis zum nächsten Stadttor erläuterte uns Daniel wichtige Fakten zur Geschichte der Stadt und deren Mauern. Ehe wir den historischen Stadtkern in Augenschein nahmen, besichtigten wir noch zusätzlich das antike römische Amphitheater. Nun war es höchste Zeit, sich in einem hübschen Cafe nieder zu lassen und für eigenständige Erkundungen. Gemeinsam besuchten wir noch die Zisterne und sahen die Festung. Danach fuhren wir ins Quartier zurück, das wir ca. 17:30 Uhr erreichten. Vor dem Abendessen schauten wir begeistert zu, wie Ravioli hergestellt werden. Diese gab es mit einer Kürbisfüllung ebenso wie gebratene Hähnchenbrustfilets mit Möhren-Erbsen-Gemüse. An diesem Tag kamen wir auf elf gelaufene km und je 400 Höhenmeter.

Für den 12.10. hatte uns Daniel eine richtige Wanderung angekündigt, bei der gleich zwei Gipfel im „Toskanischen Erzgebirge“ zu bezwingen waren. Von Gerfalco aus brauchten wir nur 90 Minuten bis zum 1066 m hohen Le Cornate, von dem man keine Aussicht hat. Unterwegs gab es dennoch manch lohnenswerten Ausblick. Nach dem Abstieg auf 792 m legten wir eine Mittagsrast ein ehe wir den Aufstieg zum Poggio Ritrovoli (1015 m) in Angriff nahmen. Dort angekommen stellte Petra fest, dass sich die Sohle ihrer Wanderschuhe begann, abzulösen. Für ein solches Malheur waren unsere Wiener Wanderfreunde gerüstet und konnten mit einem langen Band aushelfen. Der nun folgende Abstieg forderte unsere ganze Konzentration. Die Wege wurden zu Pfaden, waren sehr steil und mit Brombeerranken verwachsen. Als alle glaubten, das „Schlimmste“ sei überstanden, bestand der letzte Abschnitt aus einem scheinbar nie enden wollenden, lang gezogenen Aufstieg auf breiten Wegen. Gegen 16 Uhr erblickten wir das kleine Cafe im Ort. Nach den zurück gelegten 13 km und je 700 Höhenmetern hatten wir uns eine Belohnung in Form von Kaffee, Espresso, Eis, einem kühlen Getränk oder was Süßen wirklich verdient. Die Krönung des Tages sollte noch folgen. Unser Daniel, stets bemüht, seinen Reisegästen so viele Eindrücke wie möglich zu vermitteln, wählte für die Rückfahrt eine andere Route. In Giuseppe folgten wir der ausgewiesenen Umleitung, bei der zwei äußerst enge Tordurchfahrten, die nicht enger hätten sein dürfen, zu passieren waren. Da die nun folgende Straße auch in Bau war, mussten wir wenden und noch einmal durch diese Tore. Wir kamen uns wie die Attraktion im Ort vor, der mit verschiedenen Fischornamenten toll geschmückt war. Schließlich sprang Brigitte aus dem Auto, um einen Ortsansässigen zu fragen. Wortreich erklärte er den Weg, folgte uns bis zur nächsten großen Kreuzung, um dann sogar noch ein ganzes Stück vor uns her zu fahren. So fanden wir aus dieser misslichen Situation wieder heraus. Schön, dass es auch nette Italiener gibt. Gegen 18:40 Uhr kamen wir im Agriturismo an und erhaschten gerade noch ein Foto von der untergehenden Sonne. Aus der Küche duftete es schon wieder recht verführerisch. Uns wurden Risotto mit Zucchini und Wurst sowie Lasagne und Bratwurst mit Sauerkraut und Käsekuchen mit Waldfrucht oder Schokoladensauce serviert.

Die gesamte Rundreise war von „situationselastischen“ Entscheidungen geprägt. Eine solche trafen wir für den letzten Tag. Wir verkürzten kurzerhand den Anfahrtsweg um 40 km und verlegten die geplante Küstenwanderung nach Portiglione, um ein Stück unverfälschter toskanischer Mittelmeerküste kennen zu lernen. Zunächst liefen wir auf einem breiten Weg entlang, machten nach ca.45 Minuten einen ersten Abstecher in die Cala Martina, eine Bucht, in der wir dem Rauschen der Wellen lauschten. Zu unser aller Erstaunen trafen wir auf unserem breiten Wanderweg auf ein Pferd. Diesem scheint es da auch zu gefallen. An der Cala Violina zweigten wir zum Badestopp ab. Der Sandstrand lud förmlich zum Verweilen ein. Nach einer Stunde setzten wir unsere Tour fort. Während es bis dahin recht gemütlich war, kamen auf einmal ganz schöne Herausforderungen auf uns zu. Es ging steil bergan und ebenso steil auf Schotterwegen wieder bergab. Der Weg führte über einen Sattel, auf dem wir sogar noch auf Radfahrer trafen. Um uns ein weiteres Hoch und Runter diesen Ausmaßes zu ersparen, suchten wir nach Alternativen. Das erwies sich aber als gar nicht so einfach. Schließlich trennten wir uns. Während Klaus mit einigen Wanderern die scheinbar einfachere, aber längere Route einschlug, begab sich der andere Teil der Gruppe weiter ins ungewisse Terrain. Dessen Pfade wurden immer enger und dichter bewachsen. Über die Anstiege schweigen wir lieber. Gegen 16 Uhr kamen die Ersten an der BAR an. Dort gab es kalte und warme Getränke sowie Eis. Allerdings war die Auswahl sehr überschaubar. Einige Minuten später stieß der Rest der Gruppe dazu. Hinter uns lagen 13,4 km bzw. 12 km und die Höhendifferenz betrug ca.346 m bzw. 280 m.
An dieser BAR stellte sich schon heraus, dass es an diesem letzten Wandertag nichts wird, mal eher zu „Hause“ zu sein. Im Gegenteil!! Unterwegs hielten wir noch an einem Supermarkt und einem Geldautomaten an, so dass wir gegen 19 Uhr bei Antonio eintrafen. Eine halbe Stunde später servierte er uns ein leckeres Abendessen. Es gab im Ofen überbackene Pasta mit Ragout, Wildschweingulasch mit Oliven sowie Kartoffeln und Peperoni. Den Abschluss bildete Apfel-Crumble“. So lange saßen wir nicht mehr beisammen, da noch die Koffer zu packen waren und die Nacht deutlich kürzer ausfiel.

Als toller Gastgeber erwies sich Antonio auch am nächsten Morgen. Schon vor 5 Uhr stand ein Frühstück für uns bereit und gemeinsam mit seiner Frau hatte er ein paar nette Worte zum Abschied an eine Tafel in Deutsch geschrieben. Da waren wir im doppelten Sinne gerührt. Nachdem alle Koffer verladen waren, fuhren wir zum Flughafen nach Pisa. Dort verabschiedeten wir uns bereits von den Wiener Freunden, die zunächst mit dem Zug weiter fuhren und von Heidi, die direkt nach Köln zurück flog.
Bei bestem Flugwetter kreiste unser Flugzeug noch einmal über Pisa. So konnten wir manche Sehenswürdigkeit gleich noch einmal von oben betrachten, ehe wir gen Berlin flogen. Dort angekommen trennten sich unsere Wege endgültig.
An dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller bei den Organisatoren dieser Wanderrundreise und vor allem bei Daniel, unserem äußerst engagierten Wanderführer und gleichzeitig Fahrer eines Kleinbusses sowie bei Klaus, unserem zweiten Kraftfahrer recht herzlich bedanken. Es waren wunderbare 14 Tage voller neuer, unvergesslicher Eindrücke.

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